Liebeszauber

Liebeszauber im Überblick: Eine Frau und ein Mann kuscheln.

Liebeszauber sind Zauber, die zum Ziel haben, romantische Liebe oder körperliches Begehren zu beeinflussen. Die meisten Kulturen weisen Traditionen von Liebeszauber auf. Ob die Kultur des Alten-Ägyptens, des antiken Griechenlandes, des römischen Reiches, der Kelten, der Nordischen Völker, der Azteken, der Wikinger, des europäischen Mittelalters, Afrikas, Indiens oder Asiens und viele mehr – jede dieser Kulturen zeigt ein reiches Wissen über Riten unterschiedlicher Liebeszauber.

In verschiedenen Kulturen werden Liebeszauber nicht nur durch unterschiedliche Riten praktiziert. Verschiedene Liebeszauber auch innerhalb einer Kultur haben auch unterschiedliche Ziele.

Die unterschiedlichen Ziele von verschiedenen Liebeszauber-Praktiken sind:

  • eine dauerhafte romantische Liebesbeziehung zwischen zwei Personen herzustellen
  • ein Liebespaar nach einer Trennung wieder zu vereinen (Partnerrückführung)
  • Partner, die in einer intakten Beziehung sind, emotional enger zu verbinden (Partnerzusammenführung)
  • körperliches Begehren einer Person gegenüber einer anderen Person oder mehreren Personen zu beeinflussen
  • bestehende Beziehungen zu trennen (Trennungszauber)
  • intakte Beziehungen zu schützen (Schutzzauber)
  • andere Liebeszauber, die den eigenen Absichten entgegenwirken, auszulösen (Auflösungszauber)

Liebeszauber lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: weißmagische Liebeszauber und schwarzmagische Liebeszauber.

Wer führt Liebeszauber aus?

Die Personen, die Liebeszauber ausführen, haben je nach Kultur andere Namen. Häufige Bezeichnungen sind Schamanin, Schamane, Hexe, Hexer, Medium, Priesterin, Priester, Meisterin, Meister, Heilerin, Heiler, Magierin und Magier.

Außerdem kann man bestimmte Liebeszauber selber machen auch als Amateur bzw. Amateurin.

Die Person bzw. die Personen, die durch den Liebeszauber beeinflusst werden sollen, werden Zielperson bzw. Zielpersonen genannt.

Vorurteile bezüglich Liebeszauber

Eine Skulptur eines Engels im goldenen Sonnenlicht vor Bäumen
© AndrijTer – istockphoto.com

Typische Fragen bezüglich des Themas Liebeszauber, die mir regelmäßig von Klientinnen und Klienten gestellt werden sind:

Stimmt es, dass Liebeszauber nur einen künstlichen Bann auf jemanden auferlegen?

Im Falle von weißmagischen Zaubern, die ich einsetze, trifft das Gegenteil zu. Weißmagische Zauber lassen ausschließlich echte Liebe aufblühen. Liebeszauber der Kategorie der weißen Magie lösen unbewusste und bewusste gefühlsmäßige Blockaden auf und bauen Ängste ab.

Schwarzmagische Liebeszauber hingegen zielen darauf ab, einen Bann auf Personen aufzuerlegen.

Stimmt es, dass Liebeszauber eine Manipulation des freien Willens sind?

Liebeszauber der weißen Magie beeinflussen die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, in keiner Weise. Weißmagische Liebeszauber fördern echte bereits bestehende Gefühle. Sie zielen nicht darauf ab, Entscheidungen direkt zu beeinflussen.

Eine Frau genießt die Sicht von einer Bergspitze über die sonnenbeleuchtete Wolkendecke
© guvendemir – istockphoto.com

Energien weißer Magie lassen echte Liebesgefühle, die bereits vorhanden waren vor dem Liebeszauber, gedeihen. Es ist die eigene Entscheidung der jeweiligen Person, den Liebesgefühlen zu folgen und diese auszuleben oder nicht.

Es kommt auch vor, dass Personen, die starke Liebesgefühle für eine Person empfinden, sich dennoch nicht dazu durchringen können, mit dem geliebten Menschen zusammen zu kommen. Gründe dafür können sein, dass die Personen, die die Liebesgefühle empfindet, zur jeweiligen Zeit nicht stark genug ist, andere Hürden zu überwinden, die der Beziehung eventuell im Wege stehen: zum Beispiel allgemeine Ängste etwas in ihrem Leben zu ändern oder die Religionszugehörigkeit des anderen oder dass einer der Eltern den jeweiligen Partner nicht mag usw. 

Ein anderer Grund, warum eine Person den eigenen Liebesgefühlen nicht folgt, kann sein, dass die Person bereits mit einem Partner zusammen ist, mit dem sie oder er Kinder hat und die Familie erhalten möchte.

Nicht jede Person folgt auf Anhieb den eigenen Liebesgefühlen.

Manche Personen können bzw. wollen den eigenen Liebesgefühlen nicht folgen, weil sie die emotionale Entschlossen nicht aufbringen können, mögliche Hürden zu überwinden für die Liebe.

Es kommt jedoch nicht selten vor, dass Betroffene dauerhaft den eigenen Liebesgefühlen nicht widerstehen können. Selbst wenn zu Beginn der Beziehung etwas im Wege stand, ist es oft nur eine Frage der Zeit, bis Betroffene realisieren, dass sie unglücklich sind, wenn sie ihre Liebe verheimlichen und nicht ausleben.

Schwarzmagische Liebeszauber sind darauf ausgerichtet, je nach Zauber Gefühle oder Gedanken zu manipulieren. Der freie Wille ist Gegner der schwarzmagischen Liebeszauber.

Weitere Informationen zu dieser Frage findest Du auch in meinem Text Ist eine Partnerrückführung eine Manipulation des freien Willens des Partners?

Liebeszauber-Ritual-Feuer

Weißmagische Liebeszauber

Weißmagische Liebeszauber stärken echte Liebesgefühle. Wenn das Erreichen einer gesunden, leidenschaftlichen Liebesbeziehung das Ziel ist, werden die Effekte der weißen Magie erwünscht – nicht die der schwarzen Magie. Weiße Magie fördert positive Gefühle. Weiße Magie respektiert den freien Willen jeder Person.

Wirkt weiße Magie langsamer als schwarze Magie?

Weiße Magie und schwarze Magie wirken beide sofort ohne jeglichen Zeitversatz. Oft tritt der beabsichtigte Effekt jedoch im Fall der weißen Magie später ein als bei der schwarzen Magie. Dies kann zunächst verwirrend klingen, wenn doch beide Arten von Magie ohne Zeitversetzt wirken. Warum ist das der Fall? Der Hintergrund dieses Phänomens ist einfach. Weiße Magie zielt häufiger nicht direkt auf den gewünschten Effekt ab, sondern schafft Voraussetzungen für den gewünschten Effekt.

Da weiße Magie echte Liebe unterstützt, schafft die weiße Magie die Voraussetzungen für echte Liebe. Es bedarf jedoch Zeit, bis sich echte Liebe voll entfaltet. Schwarze Magie hingegen zielt oft direkt auf eine bestimmten Effekt ab.

Schwarze Magie wird oft gewählt, um kurzlebige Emotionen wie zum Beispiel Wut in Zielpersonen zu erzeugen oder Zielpersonen einem Bann zu unterwerfen. Es kommt jedoch auch vor, dass schwarze Magie indirekt eingesetzt wird und der beabsichtige Effekt somit auch Zeit benötigt, um einzutreten.

Ist weiße Magie schwächer als schwarze Magie?

Welche Magie stärker ist hängt davon ab, welche Magie mehr Energie von den beteiligen Personen erhält. Negative Emotionen wie zum Beispiel Neid – einschließlich Selbstmitleid – unterstützen die Effekte der schwarzen Magie. Positive Emotionen wie der sehnlichste Wunsch nach Vergebung und Harmonie unterstützen die Wirkungen der weißen Magie.

Negative Emotionen schwächen die Wirkung der weißen Magie.

Wie oben erwähnt, ist Selbstmitleid auch eine negative Emotion. Wenn die optimale Wirkung eines weißmagischen Liebeszaubers das Ziel ist, ist es sehr förderlich, wenn negative Emotionen in der Auftrag gebenden Person, so gering und selten wie möglich auftreten. Negative Emotionen dauerhaft vollständig zu vermeiden ist eine unrealistische Erwartung.

Es ist menschlich im Verlauf jeden Tages mehrere Male negative emotionale Impulse zu verspüren. Es kommt jedoch darauf an, dass negative Emotionen wie Selbstmitleid nicht dauerhaft bestehen. Viele unserer Emotionen, insbesondere dauerhafte präsente, sind unterhalb unserer Bewusstseinsschwelle.

Wer unbewusst Zorn oder Selbstmitleid hegt, vermindert weißmagische Liebesmagie. Es ist also sehr förderlich für einen Liebeszauber der weißen Magie, vor dem Ritualtermin und auch nachher immer wieder Übungen zu vollziehen, die negative Emotionen auflösen.

Ein Ansatz, um Selbstmitleid zu überwinden ist, sich für mehrere Minuten darauf zu konzentrieren, dass alles Leiden der Vergangenheit und Gegenwart nötig war, um uns zu der Personen werden zu lassen, die wir heute sind.

Diese Übungen sind wieder und wieder durchzuführen, da es menschlich ist, dass negative Emotionen wieder und wieder aufkommen, jeden Tag. Es ist wichtig dies zu akzeptieren. Akzeptanz ist der erste grundlegende Schritt, Liebe zu ermöglichen.

Weitere Informationen zu dieser Frage findest Du auch in meinem Text Partnerrückführung und Weiße Magie

Schwarzmagische Liebeszauber

Schwarzmagische Liebeszauber werden oft für Trennungszauber eingesetzt oder für Bindungszauber. Schwarze Magie hat destruktive Effekte zum Ziel. Wenn Rache das Hauptanliegen der Auftraggeberin oder des Auftraggebers ist, wird Schwarze Magie häufiger gewählt als Weiße Magie.

Schwarzmagische Trennungszauber verstärken Eifersucht, Unsicherheit, Zweifel und Wut. Auch oberflächliche sexuelle Luststeigerung kann genutzt werden, um bestehende Beziehungen zu destabilisieren. Schwarze Magie achtet den freien Willen nicht.

Weitere Informationen zu dieser Frage findest Du auch in meinem Text Partnerrückführung und Schwarze Magie

Geschichte der Liebeszauber

Liebeszauber im Alten Ägypten

Die Geschichte des Alten Ägypten erstreckt sich vom späten 4. Jahrtausend vor Christus bis zum Jahr 395 nach Christus, dem Ende der Griechisch-römischen Zeit.

Es gibt zahlreiche Funde[1] [2], die die Praktiken für Liebeszauber und Schutzzauber im Alten Ägypten detailreich dokumentieren.

Zaubersprüche auf Fluchtafeln für Liebeszauber

Liebeszauber wurden unter Verwendung von Zaubersprüchen, sogenannten Fluchtafeln aus Blei (“Tabellae defixionum“)[3] und Figuren ausgeführt. Die Zaubersprüche sind in Teilen vollständig erhalten[4] auf den gefundenen Bleitafeln.

Foto einer Fluchtafel aus dem 4. Jahrhundert v. Chr, ausgestellt im Museum in Pella
Bleitafel für Trennungszauber, Makedonien, Grabfund östlich der Agora, 380–250 v. Chr., fotografiert im Museum in Pella
© Filos96, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pella_leaded_tablet_(katadesmos)_4th_Century_retouched.jpg

Der Text auf der oben abgebildeten Tafel lautet (Übersetzung der Textwiedergabe in dem Museum in Pella):

Die rituelle Hochzeit von Thetima und Dionysophon und deren Ehe bewirke ich mit einem geschriebenen Zauberspruch, sowie [die Ehe] von allen anderen Frauen [mit ihm], sowohl Witwen als auch Unverheiratete, aber vor allem von Thetima; und ich vertraue [diesen Zauber] Macron und den Daimones an. Und sollte ich jemals [diese Bleitafel] wieder auffalten und diese Worte lesen nach dem Ausgraben [der Bleitafel], nur dann soll Dionysophon heiraten, nicht davor; möge er wahrhaftig nicht eine andere wählen außer mir, sondern lasset nur mich an der Seite von Dionysophon alt werden und niemanden sonst. Ich flehe euch an: Habt Mitleid für [Phila], geehrte Daimones, [da ich wahrhaftig trauere] um all meine Lieben und Verlassenen. Aber bitte nehmt dieses [Schriftstück] meinethalben damit diese Ereignisse nicht geschehen und die ledige [oder unglückliche] Thetima elend zu Gunde geht. [—] Stattdessen macht mich glücklich und gesegnet [—].

(nach E. Voutyras)

Vorbilder aus der Götterwelt und Analogiezauber

Während der oben wiedergegebene Zauberspruch die Zielpersonen des Zaubers von Anfang an direkt benennt, war es übliche Praxis im Alten Ägypten in Zaubersprüchen zunächst eine Analogie herzustellen:

Oft wurde zunächst auf eine Geschichte der Mythologie Bezug genommen. Die Geschichte, die sogenannte Historiola, wurde so gewählt, dass diese Parallelen zu der Situation der Beteiligenden hatte, auf die der Zauber gerichtet ist.

Hier ein Beispiel:

Gib von ihm, dem Blut des Osiris, das er der Isis gab, damit
sie im Herzen Liebe zu ihm empfände bei Nacht, bei Tag, zu
jeder Zeit, ohne dass ein Moment anders ist! (…) Die Liebe,
welche Isis zu Osiris empfand, als sie überall nach ihm suchte,
möge XY, Tochter der XY, sie empfinden, indem sie überall
nach XY, Sohn der XY, sucht![2]

Liebeszauber in den Griechischen Zauberpapyri (PGM)

Neben den erhaltenen Fluchtafeln sind die Griechischen Zauberpapyri (Papyri Graecae Magicae, kurz PGM) eine bedeutende Quelle für das Wissen über Liebeszauber im griechisch-römischen Ägypten[5].

Die griechischen Zauberpapyri wurden in der Zeit zwischen dem zweiten Jahrhundert v. Chr. und dem fünften Jahrhundert n. Chr. erstellt. Sie sind großteils in Altgriechisch aber auch in Altkoptisch und Demotisch verfasst.

Einer der bekanntesten Texte der PGM ist Mithras Liturgy. Die Zeilen 1716-1870 des Textes Mithras Liturgy beschreiben einen Liebeszauber mit dem Titel “Schwert des Dardanos”[6][7].

Der Liebeszauber “Schwert des Dardanos”

Die Zauber-Anleitung für das “Schwert des Dardanos” zeigt die typische Mischung von griechischer Mythologie und christlichen Elementen. Der Text in der Mithras Liturgy gibt die Anweisung, die Götter, Aphrodite, Psyche und Eros anzurufen. Außerdem wird die Hilfe von Engeln, die auch in der christlichen Religion bekannt sind, wie zum Beispiel von Gabriel, Michael und Uriel erbeten[7].

Erzwingen der Liebe von untreuen Ehemännern

Liebeszauber mit Bezug auf Isis und Osiris: Das Bild zeigt eine Skulptur, in der Osiris und Isis nebeneinander dargestellt sind.
Die Familie von Osiris. Osiris auf einer Säule in der Mitte, Horus links und Isis rechts (22ste Dynastie) im Louvre Museum in Paris

Foto: Borislav, Public domain in the United States, Creative Commons Attribution-Share Alike 1.0 Generic, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/01/Egypte_louvre_066.jpg

Eine der Zauber-Anleitungen in den griechischen Zauberpapyri dient der Beeinflussung von untreuen Ehemännern. Dies geschieht unter Bezugnahme auf die Göttin, Isis, die die Liebe ihres untreuen Gatten, Osiris, erzwingt[8]. Somit stellt auch dieser Zauber einen Analogiezauber dar.

Herbeiführender Liebeszauber

Ein herbeiführender Liebeszauber wird beschrieben unter Einbeziehung der Schrecken des gewaltsamen Todes. Es heißt in der Zauberpapyri:

[…] und geh dahin, wo Heroen erschlagen wurden, Gladiatoren und sonst gewaltsam Getötete, sprich das Gebet […] [9]

Zauberpuppen für Liebeszauber

Neben Fluchtafeln wurden im Alten Ägypten Zauberpuppen für Liebeszauber benutzt. Die Zauberpuppen stellten meist die Zielperson des Zaubers dar. Ähnlich der Praktiken des Voodoo wurden Handlungen mit oder an der Puppe vollzogen, die auf die Zielperson des Zaubers somit übertragen werden sollten.

Liebeszauber im Mittelalter

Im griechisch-römisch Alten Ägypten wurde Magie heimlich praktiziert, um Repressionen unter anderem der römischen Obrigkeit zu entgehen. Im Mittelalter sind es andere Gegner, die die Praxis der Magie unterbinden wollen: zum Beispiel die römisch-katholische Kirche, die in der Epoche der Hexenverfolgung in Europa eine Hauptrolle einnahm. Das Praktizieren von Liebeszauber war aus diesem Grund auch im Mittelalter eine geheime und mit der Todesstrafe geahndete Tätigkeit.

Einbindung christlicher Elemente in Liebeszauber

Dabei sind dieRiten der Magie im allgemeinen wie auch konkret die Riten der Liebeszauber oft verwoben mit Elementen der christlichen Religion. Magische Schriften und Praktiken nutzten in Teilen christliche Symbole und Texte. Allerdings werden christliche Komponenten zum Teil aus ihrem Kontext herausgenommen und für magische Riten anders verwendet, als sie von der christlichen Kirche verwendet wurden.

Anfang des 12. Jahrhunderts finden sich zahlreiche Hinweise für die missbräuchliche Verwendung der christlichen Eucharistie in Deutschland, Frankreich und Italien. Das Sakrament kam sowohl im Schadenszauber, Schadensabwehrzauber sowie im Liebeszauber zum Einsatz.

Eine Frau, die eine Hostie, die sie in einer christlichen Messe bei der Kommunion empfangen hatte, im Mund behielt und dann ihren Mann küsste, sollte ihn auf diese Weise emotional an sich gefesselt haben. Beschreibungen dieses Ereignisses finden sich sowohl bei Petrus Damianus als auch bei Caesarius von Heisterbach[10].

Matteuccia de Francesco: Bekannt für ihre Liebeszauber – Hingerichtet als Hexe

Hexenverfolgung: Illustration einer Frau, die an einen Pfahl gefesselt ist, um verbrannt zu werden
Illustration aus dem 19. Jahrhundert mit dem Titel “Schlaf der Hexe”
© clu – istockphoto.com

In einem der ersten Hexenprozesse zum Auftakt der Hexenverfolgung in Europa wurde im Jahr 1428 die Italienerin, Matteuccia de Francesco, der Hexerei beschuldigt.

Matteuccia war vor allem bekannt für Liebeszauber. Sie sprach Worte über Kräutern, gab diese an Frauen weiter als Liebestrunk. Sie versorgte Frauen mit Cremes das Gesicht und die Hände, um die Zuneigung von Männern zu erwirken.

Als sich die Geliebte eines Priesters beklagte, dass dieser keine Intimität mehr mit ihr pflegen würde, sondern sie nur schlagen würde, nahm Matteuccia ein Wachsbild und setzte es aufs Feuer. Während die Klientin Worte las, die das schmelzende Wachs mit dem Herzen des Priesters verglichen. Nach dieser Zeremonie sollte der Priester die Klientin leidenschaftlich geliebt haben[11].

Matteuccia wurde der Praktizierung von Zauberei als schuldig erklärt und im Jahr 1428 durch Verbrennung am Pfahl in Rom hingerichtet[12].

Liebeszauber im Rechtssystem des mittelalterlichen Europas

Besonders in Italien wurde Liebeszauber auch dann als verbotene Hexerei betrachtet, wenn die Magie dem Ziel dienen sollte, die Zuneigung des eigenen Ehemannes wieder zu erlangen[13].

Die Anwendung von Liebeszauber und Tötungen durch Magie waren übliche Anklagen vor französischen Gerichten im frühen 14. Jahrhundert und waren auch nicht selten vor englischen Gerichten während des späten Mittelalters[14].

Das Münchener Handbuch der Dämonischen Magie

Ein zentrales Dokument der Liebeszauber des Mittelalters ist das Münchener Handbuch der Dämonischen Magie. Das Münchener Handbuch ist ein Manuskript des 15. Jahrhunderts. Es ist in lateinischer Sprache verfasst. Sein Text beinhaltet unter anderem Elemente, die aus der christlichen Religion übernommen wurden. Das Werk zeigt Parallelen mit anderen Manuskripten des europäischen Raumes der damaligen Zeit sowie zu arabischen und jüdischen Traditionen[15].

Obwohl in dem Buch Anleitungen zur Anrufung von Dämonen gegeben werden, werden die Dämonen in dem Text wiederholt angewiesen, in angenehmer, nicht bedrohlicher Weise zu erscheinen[16].

Einer der Liebeszauber, die im Münchener Handbuch aufgeführt sind, soll von Solomon genutzt worden sein, um damit die Zuneigung jeder beliebigen Frau zu erzielen[17].

Der magische Kreis, ist ein typisches Motiv der Liebeszauber im Mittelalter. Auch im Münchener Handbuch ist dieser vertreten. Einer der Liebeszauber, der im Münchener Handbuch beschrieben ist, gibt die Anweisung für ein Ritual, einen magischen Kreis auf dem Boden zu ziehen, in dem sich die Liebenden liebkosen sollen[18].

Das Ausmaß der Hexenverfolgung

Es wird geschätzt, dass in Europa im Rahmen der Hexenverfolgung drei Millionen Menschen der Prozess gemacht wurde und dass 40.000 bis 60.000 Betroffene hingerichtet wurden. Die Kernzeit der Verfolgung in Europa fand zwischen den Jahren 1550 und 1650 statt[19].

Für Viele mag es überraschend sein, doch es ist wahr:

Wie auf der Internetseite Wikipedia bestätigt wird, sind seit dem Jahr 1960 wahrscheinlich mehr Menschen wegen Hexerei hingerichtet oder umgebracht worden als während der gesamten europäischen Periode der Hexenverfolgung[20]. In zahlreichen Staaten und Kulturen, wie zum Beispiel in Südostasien, Lateinamerika und vor allem in Afrika ist die Verfolgung und das Lynchen von Personen, die der Praktizierung von Magie oder Hexerei beschuldigt werden, nach wie vor aktuell.

Liebeszauber in der Gegenwart

Liebeszauber ist in der heutigen Zeit ebenso fester Bestandteil der Kultur wie auch in allen früheren Zeiten der menschlichen Geschichte. In westlichen Staaten wird das Praktizieren von Magie erfreulicherweise in unserer Zeit nicht verfolgt.

Der Gegenspieler der Ausübung der Magie unserer Zeit sind die Schulwissenschaften, welche großteils zumindest offiziell die Existenz von Magie ignorieren oder bestreiten.

Nur heimlich geben einige Wissenschaftler zu, dass sie die Existenz von magischen bzw. paranormalen Kräften nicht ausschließen oder sogar versuchen, diese zu erforschen.

“Es besteht ein starker Druck, nicht zu erlauben, über diese Dinge in einer positiven Weise zu reden”, sagt Dr. Brian D. Josephson, ein Professor der Physik an der Cambridge Universität, der im Jahr 1973 gemeinsam mit einem Kollegen den Nobel Preis für Physik erhielt für eine grundlegende Entdeckung für Supraleitfähigkeit.

Dr. Josephson ist jetzt Leiter des Mind-Matter Unification Projektes an der Cambridge Universität. Ein Experiment, das Dr. Josephson besonders interessant findet, ist das Globale Bewusstseins-Projeft (Global Consciousness Project). In diesem Projekt werden die Zahlenketten untersucht, die bestimmte Geräte zufällig generieren, basierend auf der uns alle umgebenden elektromagnetischen Strahlung.

Dr. Roger D. Nelson der Direktor des Projektes, sagte, dass sich aus unbekannten Gründen, die Verteilung der zufälligen Zahlen messbar änderte zu der Zeit der Terroranschläge des 11. September 2001[22]. Möglicherweise hat die gemeinsame emotionale Erschütterung, die so viele Menschen im Angesicht der schockierenden Nachrichtenbilder empfanden, das elektromagnetische Feld um unseren Planeten verändert.

Die heutige Bedeutung von magischen bzw. paranormalen Fähigkeiten wird auch deutlich durch die Existenz von geheimen Unternehmungen wie dem Stargate Projekt der USA: Die US-Regierung gab zwischen den Jahren 1970 und 1995 rund 20 Millionen US-Dollar aus, um zu erforschen, wie die Fähigkeiten von Hellsehern und anderen paranormal Begabten für militärische und andere strategische Zwecke eingesetzt werden könnten[23].

Auch interessant:

Manche Klientinnen und Klienten möchten, auch wenn sie mich beauftragt haben, in der Wartezeit bis zu ihrem Termin und bis der Zauber seine volle Wirkung entfaltet, auch unterstützende Zauber-Rituale durchführen. Hier findest Du meine Anleitungen für: Liebeszauber selber machen

Liebeszauber Selbermachen, Liebeszauber-Rituale, Liebeszauber Anleitung

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Weblinks

  1. Kurzbericht über den Vortrag von Hermann Harrauer: Magie im alten Ägypten anhand ägyptischer Zauberpapyri: parapsychologie.ac.at
  2. Ägyptische Magie im Wandel der Zeiten, Text zur Ausstellung des Instituts für Papyrologie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Ägyptologie der Universität Heidelberg: Text als PDF-Datei
  3. Wikipedia.org: Fluchtafel
  4. Boll, Franz; Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse (1910, 2. Abhandlung): Griechischer Liebeszauber aus Ägypten auf zwei Bleitafeln des Heidelberger Archäologischen Instituts
  5. Griechische Zauberpapyri (Papyri Graecae Magicae, PGM)
  6. Mithras Liturgy
  7. Liebeszauber mit dem Titel “Schwert des Dardanos”
  8. Papyri Graecae magicae / Die griechischen Zauberpapyri, Band 1, Albert Henrichs, Walter de Gruyter, Seite 71 und 119 E-Book-Version auf Google.de und Liste der Seiten zum Thema Liebeszauber
  9. Papyri Graecae magicae / Die griechischen Zauberpapyri, Band 1, herausgegeben von Albert Henrichs, S.120f.
  10. Magie und Magier im Mittelalter, Christa Tuczay, Seite 155 epdf.pub/magie-und-magier-im-mittelalter.html
  11. Magic in the Middle Ages (Canto Classics) (Englisch) Taschenbuch – 6. November 2014 von Richard Kieckhefer, S. 356ff. Z.B. auf Google Books
  12. Wikipedia über Matteuccia de Francesco (Englisch)
  13. Magic in the Middle Ages (Canto Classics) (Englisch) Taschenbuch – 6. November 2014 von Richard Kieckhefer, S. 460ff. Z.B. auf Google Books
  14. Magic in the Middle Ages (Canto Classics) (Englisch) Taschenbuch – 6. November 2014 von Richard Kieckhefer, S. 548 Z.B. auf Google Books
  15. Das Münchener Handbuch der Dämonischen Magie oder Liber incantationum, exorcismorum et fascinationum variarum (CLM 849 der Bayrischen Staatsbibliothek, München) digitale-sammlungen.de
  16. Magic in the Middle Ages (Canto Classics) (Englisch) Taschenbuch – 6. November 2014 von Richard Kieckhefer, S. 878 Z.B. auf Google Books
  17. Magic in the Middle Ages (Canto Classics) (Englisch) Taschenbuch – 6. November 2014 von Richard Kieckhefer, S. 892 Z.B. auf Google Books
  18. Magic in the Middle Ages (Canto Classics) (Englisch) Taschenbuch – 6. November 2014 von Richard Kieckhefer, S. 873 Z.B. auf Google Books
  19. Hexenverfolgung, Wikipedia.org Link zu Seite “Hexenverfolgung” auf de.wikipedia.org
  20. Hexenverfolgung heute, Wikipedia.org Link zum Paragraphen “Hexenverfolgung heute” auf de.wikipedia.org
  21. Do Paranormal Phenomena Exist?, New York Times, by Kenneth Chang, Nov. 11, 2003 nytimes.com (Englisch)
  22. Stargate Project, Wikipedia.org en.wikipedia.org (Englisch)